Kirchengemeinde
Idensen-Mesmerode

 

 

 

 

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Wer erkennt es – September 2026

WererkenntSept26Es ist September, der Herbst naht und das Jahr wird bunt. Und dennoch: in diesem Monat ist die Diakoniewoche. Es ist der Moment, auch einmal an die Schwächeren in unserem Leben zu denken. Es ist wichtig, uns bewusst zu machen, dass es Menschen, denen es nicht so gut geht, auch in unserer Nachbarschaft, gibt.

In diesem Zusammenhang finde ich passt das folgende Lied sehr gut. Hier der Text.

Deine Klingen sind präzise geschliffen

Du präsentierst mir deine Sichtweise

Ich weiß, du wartest dort in der Ferne

Genau wie immer, genau wie immer

Du ziehst mich schon in deinen Bann, gehst mir schon unter die Haut

Und ich weiß genau, wie das hier endet

Ich ließ dich mich aufschneiden, nur um mich bluten zu sehen

Gab auf, wer ich bin, für den, der ich in deinen Augen sein sollte

Ich weiß nicht, warum ich auf etwas hoffe, das ich nie bekommen werde

Ich erliege dem Versprechen der „Emptiness Machine“

Der „Emptiness Machine“

Es dreht sich wie bei einem Revolver

Es steht schon fest, wie wir verlieren

Denn unter dem Altar brennt ein Feuer

Ich belüge mich selbst, ich belüge mich selbst

Du ziehst mich schon in deinen Bann, gehst mir schon unter die Haut

Und ich weiß genau, wie das hier endet

Ich ließ dich mich aufschneiden, nur um mich bluten zu sehen

Gab auf, wer ich bin, für den, der ich in deinen Augen sein sollte

Ich weiß nicht, warum ich auf etwas hoffe, das ich nie bekommen werde

Ich erliege dem Versprechen der „Emptiness Machine“

Ich wollte nur Teil von etwas sein

Ich wollte nur Teil von ... Teil von ... sein

Ich wollte nur Teil von etwas sein

Ich wollte nur Teil von ... Teil von ... sein

Ich wollte nur Teil von etwas sein

Ich wollte nur Teil sein

Ich ließ dich mich aufschneiden, nur um mich bluten zu sehen

Gab auf, wer ich bin, für den, der ich in deinen Augen sein sollte

Ich weiß nicht, warum ich hoffe – so verdammt naiv

Ich erliege dem Versprechen der „Emptiness Machine“

Die „Emptiness Machine“ (Ich wollte nur Teil von etwas sein)

Die „Emptiness Machine“ (Ich wollte nur Teil von ... sein)

Die „Emptiness Machine“

Es gibt Menschen, die sind überzeugend. Allerdings überzeugend, ohne dass etwas dahintersteht. Im Text steht da: „Deine Klingen sind präzise geschliffen“.  Und aus der Ferne wird kontrolliert, ob man so funktioniert, wie man funktionieren soll.

Aber warum macht man das dann? Warum „gab (ich) auf, wer ich bin, für den, der ich in deinen Augen sein sollte“? Im Text heißt es, man erliegt dem Versprechen der „Emptiness Machine“. Was mag das bedeuten?

Schauen wir mal weiter.

Im Text heißt es: „es dreht sich wie bei einem Revolver, es steht schon fest, wie wir verlieren“. Damit wird sicher auf Russisch Roulette angespielt. Auch da ist klar, wie es ausgeht. Selten gut. Der Verweis auf das Feuer im Altar, zeigt ein Opfer an. Auf einem Altar wurde geopfert, in der Regel Lebensmittel oder Tiere.  Und hier? Hier ist es der Protagonist, er weiß es, aber er belügt sich selber. Warum? Wegen der „Emptiness Machine“.

„Ich ließ dich mich aufschneiden, nur um mich bluten zu sehen, gab auf, wer ich bin, für den der ich in deinen Augen sein sollte.“ Wegen der „Emptiness Machine“.

Vielleicht können wir uns der „Emptiness Machine über die nächste Strophe nähern:

„Ich wollte nur Teil von etwas sein

Ich wollte nur Teil von ... Teil von ... sein

Ich wollte nur Teil von etwas sein

Ich wollte nur Teil sein“

Wir Menschen sind Rudeltiere und eigentlich immer ein Teil von etwas. Von einer Familie, von einer Gruppe, in einem Verein, in einer Gemeinde. Es ist eine Grausamkeit, kein Teil von etwas zu sein.

Ich fühle mich sofort an die Geschichte von Kaspar Hauser erinnert. Im Internet findet man folgende kurze Zusammenfassung von seiner Geschichte. „Am 26. Mai 1828 tauchte in Nürnberg ein verwahrloster Jugendlicher auf, der sich als Kaspar Hauser vorstellte. Er gab an, jahrelang isoliert in einem dunklen Raum gefangen gewesen zu sein. Sein mysteriöser Auftritt, seine angebliche Herkunft und sein gewaltsamer Tod im Jahr 1833 machten ihn zum weltberühmten „Rätsel von Europa““

Kasper Hauser war nicht mehr in der Lage, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Weder mit Worten noch interaktiv, er war es schlicht und ergreifend nicht mehr gewohnt.

Isolationshaft ist auch in Gefängnissen ein grausames Mittel zur Bestrafung.

Aber wenn wir ehrlich sind, dann gibt es diese Isolation auch heute. Unter uns, unter unseren Nachbarn. Dabei muss man es sich bewusst machen, dass hier nicht nur ältere Menschen betroffen sind. Diese Isolation betrifft alle Altersklassen.

Woran liegt das? Es ist nicht mehr „en voque“ sich im echten Leben wie z.B. in Vereinen zu organisieren. Viele Kontakte finden über das Internet statt und nicht mehr direkt und live. Und damit fallen viele Dinge weg, die früher einfach normal waren. Das fängt schon bei unseren Kindern ein, deren Freizeit durchgetaktet ist, so dass für Verabredungen mit Spiel und Spaß wenig bis keine Zeit bleibt.

Sicherlich hat Corona ihren Teil beigetragen. Und dennoch: danach hätte man wieder in das „normale“ Leben zurückkehren können. Oder bin ich da naiv? Ging es nicht mehr, weil die Welt näher zusammengerückt ist? Weil die Zeit schneller läuft? Im Beruf merke ich auch, dass viel digitalisiert wird, Treffen nur noch online stattfinden, weil es ja kostengünstiger und praktischer ist.

Dabei vergisst man schnell die interaktiven Dinge, die einfach greifen, wenn man sich direkt trifft. Es ist einfach anders, man nimmt sich anders wahr und zwischen den Themen werden persönliche Beziehungen aufgebaut, die so wichtig sind.

Damit man ein Teil von etwas ist, hier: ein Teil eines Teams.

Übersetzt man „Emptiness Machine“ direkt, dann heißt das „Leere Maschine“.  Eine Leere Maschine produziert Leere? Im Grunde ist es ja so: je weniger Kontakte ich habe, desto weniger Kontakte habe ich. Es potenziert sich geradezu, bis irgendwann gar keine Kontakte mehr da ist. Da hat man keinerlei Außenbeziehung mehr, irgendwann hat man Angst vor neuen Kontakten, neuen Beziehungen, Veränderungen.

Wie heißt es so schön: Leben ist Veränderung!

Und das kann ich nur unterschreiben. Wie belebend ist es, neue Menschen kennenzulernen, sich über neue Themen auszutauschen, ein gemeinsames Hobby auszuüben. Und es gibt so viele Themen, für jeden Topf gibt es einen Deckel.

Ich kann nur einladen: Kommen Sie vorbei! Es gibt so viele Gruppen und Treffen auch bei uns in der Kirche. Besuchen Sie die Vereine, gehen Sie nach draußen.

Es kostet erst einmal Überwindung, aber umso schöner ist es, wenn man neue Kontakte knüpfen konnte.

Und? Wer hat es erkannt? Es ist das Lied „The Emptiness Machine“ von der Band Linkin Park und wurde am 5. September 2024 veröffentlicht. Es ist das erste neue Lied nach der Neuformierung der Band, nachdem das Mitglied Chester Bennington verstorben ist.

Zur Bedeutung des Liedes findet man nicht viel im Netz. Gefunden habe ich nur:

„Die „Emptiness Machine“ – eine Metapher für Systeme oder Gesellschaften, die Menschen dazu drängen, sich anzupassen und ihre Individualität aufzugeben. Dies kann sich auf verschiedene Kontexte beziehen, wie z. B. Arbeitsumgebungen, soziale Medien oder kulturelle Normen.“ https://www.bonedo.de/artikel/emily-armstrong-ueber-the-emptiness-machine/

Ich denke, es ist wichtig, dass wir unsere Nächsten sehen. Wir müssen ihnen Mut machen, mit uns in Kontakt zu treten und im Leben zu bleiben. Nicht nur zu existieren.

Und somit wünsche ich uns allen, dass wir immer den Mut finden, auf andere zuzugehen. Ich wünsche uns, dass wir im Leben bleiben und Veränderungen mindestens annehmen, wenn nicht sogar begrüßen. Und wenn wir einmal in die Einsamkeit abrutschen, wünsche ich uns einen Freund oder Nachbarn, der uns hier rausholt.

geschrieben von Kirsten Gutleben

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