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Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es -  Januar 2021

Ich hoffe, Sie sind gut in das Neue Jahr 2021 hereingekommen und schauen jetzt gespannt auf die kommende Zeit. Auch in diesem Jahr wollen wir wieder Lieder übersetzen, erkennen und deuten. Für diesen Monat habe ich ein Lied herausgesucht, welches sehr negativ klingt. Hier erst einmal der Text:

Es beginnt mit einer Sache, ich weiß nicht warum

Es spielt nicht mal eine Rolle, wie sehr du dich bemühst

Behalt das im Hinterkopf, ich schrieb diesen Reim

Um rechtzeitig zu erklären.

 

Ich weiß nur, dass Zeit wertvoll ist!

Sieh, wie sie verfliegt, während das Pendel schwingt

Sieh, wie sie zerrinnt bis zum Ende des Tages

Die Uhr tickt das Leben fort!

 

Es ist so unwirklich?

Ich habe nicht hinabgesehen

Sieh, wie die Zeit aus dem Fenster fliegt

Versuchte dranzubleiben, aber wusste nicht mal,

Dass ich das alles nur verschwendet habe

Um dich letzten Endes gehen zu sehen.

 

Ich habe alles für mich behalten,

und obwohl ich es versucht habe, Ist alles zerfallen

Und was es mir bedeutet hat, wird vielleicht

eine Erinnerung werden an die Zeit.

 

Ich hatte mich so bemüht und bin so weit gekommen.

Doch am Ende spielt es keine Rolle!

Ich musste hinfallen, alles verlieren

Doch am Ende spielt es keine Rolle!

 

Eines, ich weiß nicht warum?

Es spielt nicht mal eine Rolle, wie sehr du dich bemühst!

Behalt das im Hinterkopf, ich schrieb diesen Reim

Um mich daran zu erinnern!

 

Wie sehr ich mich bemühte!

Obwohl du dich über mich lustig gemacht hast

Getan hast, als wäre ich Teil deines Eigentums

Erinnere mich an all die Male, als du mit mir gestritten hast

 

Ich bin überrascht!

dass es solange gehalten hat.

Die Dinge sind nicht mehr so, wie sie mal waren

Du würdest mich nicht einmal mehr erkennen

Nicht, dass du mich damals gekannt hättest

Doch letztendlich kommt alles auf mich zurück!

 

Du hast alles für dich behalten,

und obwohl ich es versucht habe, ist alles zerfallen

Was es mir bedeutet hat, wird vielleicht

eine Erinnerung werden, an eine Zeit,

 

Als ich mich so sehr bemüht habe, so weit gekommen bin

Doch am Ende spielt es keine Rolle!

Ich musste hinfallen, alles verlieren

Doch am Ende spielt es keine Rolle!

 

Ich habe mein Vertrauen in dich gesetzt!

Bin so weit gegangen, wie ich konnte

Und für all das

Gibt es eine Sache die du wissen solltest!

 

Ich habe mein Vertrauen in dich gesetzt!

Bin so weit gegangen, wie ich konnte

Und für all das

Gibt es nur eine Sache die du wissen solltest!

 

Ich habe mich so sehr bemüht und bin so weit gekommen

Doch am Ende spielt es keine Rolle!

Ich musste hinfallen, alles verlieren

Doch am Ende spielt es keine Rolle.

Man spürt regelrecht das Hamsterrad, in dem sich der Sänger befindet. Er müht sich ab, versucht alles und dennoch kann die Beziehung nicht gerettet werden. Dabei war am Anfang vermutlich alles gut. Die beiden waren glücklich und verliebt, haben einander vertraut. Und dann kam Streit, Hohn und Missverständnisse, so dass es dann im Text heißt:

Die Dinge sind nicht mehr so, wie sie mal waren

Du würdest mich nicht einmal mehr erkennen

Nicht, dass du mich damals gekannt hättest“

Das kling wirklich frustrierend.

In dem Text geht es um eine Liebesbeziehung, die geendet ist. Kann es sich dabei auch um unsere Beziehung zu Gott handeln? Ich denke nicht.

In Sprüche 16;1 heißt es: „Ein Mensch denkt sich manches aus, aber das letzte Wort dazu spricht der Herr.“ oder im Volksmund auch in kurz: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Soll das bedeuten, dass man nichts mehr tun muss? Dass man abwarten kann, á la „Gott wird es schon richten“?

Wenn man keine Bemühungen anstellt, keine Veränderungen vornimmt, sondern nur abwartet, dann kann sich kein Erfolg einstellen. Gelenkt werden kann doch nur, wenn auch Bewegung besteht; das kennt jeder von Fahrrad und Auto.

Wir müssen also Veränderungen vornehmen, uns bemühen, etwas Wichtiges zu erreichen, damit Gott uns lenken und unterstützen kann.

Zielloses Handeln in der Erwartung, dass das Richtige dann schon dabei sein wird, ist aber auch nicht richtig. Man darf und soll Ziele haben, sich danach ausrichten und handeln. Und wenn es dann eine Abzweigung oder Kurve gibt, diese auch mal hinnehmen.

Fällt eine Vase zu Boden und geht zu Bruch, kann ich die Scherben retten, um sie wieder zu kleben. Aber man sieht die Bruchstellen, wenn man die Vase betrachtet. Diese erinnern mich an den Bruch. In den meisten Fällen wird sie auch nicht mehr dicht sein, ihre Funktion als Vase kann sie nicht mehr ausüben.

Und dennoch kann es richtig sein, sie zu reparieren. Ggf. ist es möglich, sie einer anderen Funktion zuzuführen; mir fällt da einiges ein: Kochlöffelhalter, Kleingeldsammelstation, usw. Und die Bruchstellen zeigen: Die Vase war es mir wert, mich um sie zu kümmern.

Sie sind wie Narben in unserem Leben, die uns größer und stärker machen und uns vielleicht auch an etwas erinnern sollen.

Aber manchmal ist es auch richtig, die Scherben zu entsorgen. Wenn sie in zu kleine Teile zersprungen ist, nicht mehr reparabel.

Und wie unterscheide ich dies? Die Entscheidung über Reparatur und Entsorgung kann manchmal nicht einfach sein. Im Gelassenheitsgebet heißt es:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Gott will also, dass wir handeln, denn nur dann kann er uns lenken. Und wenn dies so ist, dann ist unsere Beziehung zu Gott in dem Lied nicht beschrieben. Aber dennoch kann natürlich ein solches Gefühl zur Beziehung zu Gott so sein. Dass man das Gefühl hat, man kann ihn nicht greifen. Dass man das Gefühl hat, allein zu sein, unverstanden und ohne Liebe. Auch wenn dies nicht der Fall ist, dies ist wichtig zu erkennen. Gott nimmt uns an und ist bei uns, auch wenn wir scheinbar versagen.

Und gibt es einem nicht ein unglaublich gutes Gefühl, wenn das Ziel, auf das man hingearbeitet hat, erreicht wird? In Sprüche 13;12 heißt es: „Hoffnung, die sich verzögert, ängstigt das Herz; wenn aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens.“

Was für ein großartiges Bild ist doch der Baum des Lebens. Diesen zu hegen und pflegen, ihn wachsen zu lassen, das ist Sinn und Zweck unseres Handelns.

Auch wenn es manchmal nur ein kleines Zweiglein oder ein Blatt ist. Der Mensch denkt, Gott lenkt; denn Gott sieht den ganzen Baum, wir Menschen meist nur ein Stück der Rinde. Wenn wir dann einmal einen Blick auf das Große Ganze werfen können, einen Zipfel der Zusammenhänge erkennen, dann kommen wir ins Staunen.

Und? Wer hat es erkannt? Es ist das Lied „In the End“ von Linkin Park. Der Song wurde ursprünglich als Gedicht von Chester Bennington geschrieben und benannt, wurde jedoch diverse Male umgeschrieben und angepasst, bis es in der Endfassung steht. Die Band sagt selbst über dieses Lied: „Oftmals meinst du in deinem Leben, es ginge nicht mehr weiter. Aber es geht weiter. Du musst nur selbst daran glauben, an dich, deine Fähigkeiten, deine Kraft – und vielleicht an jemanden, der dir zusätzliche Kraft gibt, möchte man ergänzen. Dann geht das Leben weiter. Nicht mehr so wie früher. Aber anders. Und eben doch mit der Möglichkeit zu Glück, Erfolg und Zufriedenheit“ (https://www.heavenonair.de/radio/classic-rock-radio/linkin-park-in-the-end)

In einem anderen Artikel heißt es:“ Im Musikvideo rappt Mike Shinoda in einer Wüste, die nach einsetzendem Regen schlussendlich von Gräsern überwuchert wird. Weil der Text des Liedes sehr negativ sei, soll das Video die umgekehrte Entwicklung zeigen, indem dort die Welt zu einem schöneren Ort wird, erklärt Nathan Cox. Die übrige Band spielt bzw. singt auf einer gigantischen Statue, welche der Kolossalstatue Ramses II. stark ähnelt, ebenfalls in der Wüste. Parallel dazu fliegt außerdem ein Wal durch den Himmel, der das ganze Video gut zu sehen ist. Die Idee stammt von Joe Hahn, der erklärte, dass der im Meer lebende Wal als Kontrast zur trockenen Wüste stehe. Er sagte auch, dass das Video genauso wie der Song für den Kreislauf des Lebens stehe.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/In_the_End)

Im Radio hatte ich gehört, dass das Lied auf einen Amoklauf und Mobbing anspielt. Diese Interpretation habe ich im Internet nicht wiedergefunden. Sie hat mich aber dazu gebracht, mich mit dem Lied weiter auseinander zu setzen. Im Grunde geht es darum, aus den Tiefen, die einem das Leben beschert, wieder aufzutauchen und neue Hoffnung zu schöpfen.

Das Bild vom letzten Mal stammt von einem nebligen Morgen, aufgenommen an den Auewiesen in Mesmerode mit Blick auf die Felder.

Ich wünsche uns allen, aus unseren Lebenstiefen zu lernen und sie für etwas anderes nutzen zu können. Vielleicht lohnt es sich ja, die Narben des Lebens zu betrachten und neue Hoffnung daraus zu schöpfen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches und glückliches Neues Jahr 2021.

geschrieben von Kirsten Gutleben

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