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Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es – September 2022

wererkenntSep22

Diesen Monat habe ich ein Lied herausgesucht, welches auf den ersten Blick nichts mit Kirche und Christentum zu tun hat. Auf den zweiten Blick aber sehr wohl. Und auf den dritten Blick handelt es sich nahezu ausschließlich darum. Lassen Sie sich darauf ein und beschäftigen Sie sich einen Moment zusammen mit mir mit dem Text. Es lohnt sich.

Die geheime Seite von mir,
Die ich dich niemals sehen lasse
Ich halte es eingeschlossen, aber ich kann es nicht kontrollieren
Also bleib weg von mir
Die Bestie ist hässlich
Ich fühle den Zorn und ich kann es nicht zurückhalten

Es kratzt an den Wänden
Im Schrank, in den Hallen
Es erwacht und ich kann es nicht kontrollieren
Verborgen unter dem Bett
In meinem Körper, in meinem Kopf
Warum kommt niemand und rettet mich davor?
Lass es enden

Ich fühle es tief drinnen
Es ist direkt unter der Haut
Ich muss gestehen dass ich mich wie ein Monster fühle
Ich hasse was aus mir wurde
Der Albtraum hat gerade erst begonnen
Ich muss gestehen dass ich mich wie ein Monster fühle
Ich... Ich... fühle mich wie ein Monster
Ich... Ich... fühle mich wie ein Monster

Ich halte meine geheime Seite
Versteckt hinter Schloss und Riegel
Ich halte es gefangen, aber ich kann es nicht kontrollieren
Weil ich ihn frei gelassen habe
Er wird mich zerreißen, mich brechen
Warum kommt niemand und rettet mich davor?
Lass es enden

Ich fühle es tief drinnen
Es ist direkt unter der Haut
Ich muss gestehen dass ich mich wie ein Monster fühle
Ich hasse was aus mir wurde
Der Albtraum hat gerade erst begonnen
Ich muss gestehen dass ich mich wie ein Monster fühle
Ich fühle es tief drinnen
Ich muss gestehen dass ich mich wie ein Monster fühle
Ich... Ich... Fühle mich wie ein Monster
Ich... Ich... Fühle mich wie ein Monster

Es versteckt sich im Dunkel
Seine Zähne sind messerscharf
Es gibt kein Entkommen für mich
Es will meine Seele, es will mein Herz
Niemand kann mich schreien hören
Vielleicht ist es nur ein Traum
Oder vielleicht ist es in mir
Stopp dieses Monster

Ich fühle es tief drinnen
Es ist direkt unter der Haut
Ich muss gestehen dass ich mich wie ein Monster fühle!!!
Ich hasse was aus mir geworden ist
Der Alntraum hat gerade erst begonnen
Ich muss gestehen dass ich mich wie ein Monster fühle
Ich fühle es tief drinnen
Es ist direkt unter der Haut
Ich muss gestehen dass ich mich wie ein Monster fühle
Ich werde die Kontrolle verlieren
Es ist etwas grundlegendes
Ich muss gestehen dass ich mich wie ein Monster fühle

Ich... Ich... Fühle mich wie ein Monster
Ich... Ich... Fühle mich wie ein Monster
Ich... Ich... Fühle mich wie ein Monster
Ich... Ich... Fühle mich wie ein Monster

Die Gesellschaft um uns herum sieht nur einen Bruchteil von dem, was wir sind und wie wir uns fühlen. Teils, weil wir nicht mehr von uns preisgeben, teils aber auch, weil es andere einfach nicht interessiert. Wer will schon auf das lapidar gesprochene „Wie geht´s“ hören: „Nicht so gut. Ich habe hier Probleme und ich habe dort Probleme“. Und wenn es dann doch kommt – Schockstarre. Was wird denn jetzt von mir erwartet? Soll ich auch noch die Probleme von ihm lösen? Ich habe eigene, danke nein.

Dabei ist doch ein Gespräch über Probleme ein gutes Lösungsmittel. Vielleicht hat ja das Gegenüber eine Idee, wie man die Problematik angehen kann. Vielleicht ist der andere Blickwinkel genau der Richtige, um das Thema in die korrekte Relation zu stellen. Und vielleicht lernt man den Menschen dann auch so kennen, wie dieser es verdient hat. Mit allen seinen Facetten, bunt und schillernd und manchmal auch ein wenig grau.

Natürlich muss man nicht jedem Menschen erzählen, dass das Kind Probleme in der Schule hat, der Ehegatte seinen Job verliert und die eigene Gesundheit den Bach runter geht. Aber warum denn nicht auf die Eingangsfrage „Wie geht´s“ antworten, dass es gerade nicht so toll ist. Und dann erfühlen, ob das eine ehrliche Frage ist. Und auf der anderen Seite, die Frage ernst meinen und auf eine entsprechende Antwort sensibel reagieren. Und gemeinsam das Problem betrachten.

Das Monster, welches das Lied betrachtet, ist in jedem Menschen. Meistens ist es relativ klein und ist nur in besonderen Situationen spürbar. Manchmal aber bricht es auch aus. Dann reagiert man über und die Freunde um einen herum verstehen nicht, was gerade passiert ist. Da ist dieser eine Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, und das Monster zeigt seine Fratze. Oft, wenn man Probleme in sich hineinfrisst, wird das Monster immer größer. Bis man sich selber wie das Monster fühlt und nichts Schönes mehr in der Welt entdecken kann. Aus dieser Sackgasse herauskommen ist nicht einfach und alleine unmöglich!

Da ist es gut, wenn man einen Freund hat, der einem zuhören kann und einen in den Arm nimmt. Der das Monster in einem besänftigt und es wieder kleiner bekommt. Jemand, der einen wertschätzt und die Farben in einem erkennt, die nicht nur grau und schwarz sind, sondern recht bunt daherkommen könnten.

Es gibt diese Menschen um einen herum, die können dies. Sie sind für einen da, nehmen sich die Zeit und sind in der Lage wirklich zuzuhören. Oft übersieht man sie, sie stehen meist nicht im Vordergrund. Wie kleine Engel warten sie darauf, einen zu unterstützen, sobald die Zeit gekommen ist. Und diese Fähigkeit ist so unendlich wertvoll.

Warum schreibe ich hierüber und habe dieses Lied genau für diesen Monat herausgesucht. Der September ist der Monat der Diakonie. Sie werden feststellen, dass in der evangelischen Kirche Gottesdienste und diverse Aktivitäten zu diesem Thema im September angeboten werden. Aber was heißt Diakonie eigentlich: Das Wort kommt aus der griechischen Sprache. Das Wort Diakonie bedeutet: Dienst. Dienst für hilfebedürftige Menschen. Das Wort bedeutet auch: Nächstenliebe.

Und damit ist klar, warum Diakonie für die evangelische Kirche ein wesentlicher Bestandteil ist. Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, müssen wir diakonisch tätig werden. Jesus Christus war und ist der Inbegriff der Nächstenliebe. Und Menschen, die einem ohne wenn und aber helfen, die leben diese Nächstenliebe.

Und? Wer hat es erkannt? Es ist das Lied „Monster“ von der Band Skillet. Monster ist die zweite Single des 2009 erschienenen Albums „Awake“ der US-amerikanischen Christian-Rock-Band Skillet. Das Lied ist eine der erfolgreichsten Singles der Band.

In Wikipedia steht zur Bedeutung des Liedes: „Im Lied selbst geht um einen Menschen, der von seinem eigenen Monster beherrscht wird. Dieses Monster wird von dem Menschen zwar in der Öffentlichkeit versteckt, allerdings beherrscht er es nicht. Wenn dieses Monster erwacht beginnt ein Alptraum im Leben des Menschen. Zentrale Aussage des Liedes ist im Refrain in den Worten: „I must confess that I feel like a monster.“ Natürlich versucht der Mensch Hilfe zu finden und hofft darauf, dass dieses Monster nur ein Traum ist. Außerdem hofft er darauf die Lösung für das Monster in sich selbst zu finden.

Mit diesem Monster ist eigentlich das Böse gemeint, dass nach dem christlichen Verständnis seit dem Sündenfall in jedem Menschen wohnt. Autor John L Cooper spricht über die sündenbehaftete Natur oder den Alten Adam des Menschen. Erst durch die Wiedergeburt in Jesus Christus wird man davon befreit. Der spricht davon, dass in ihm eine geheime Seite wohnt, die nicht seiner wahren Natur entspricht.“ https://marjorie-wiki.de/wiki/Monster_(Skillet-Lied)

Frontmann John Cooper erklärte gegenüber StereoTruth: „Es ist ein Song darüber, falsch zu sein und ein Gesicht für Menschen aufzusetzen, die nicht das wahre Du sind. Aber es geht im Grunde um die Natur der Sünde und die Natur des Göttlichen, das ist die Duellnatur, die wir Christen haben. Jeden Tag müssen wir danach streben, das Alte abzuwerfen und diese neue Person in Christus zu sein.“

Gegenüber dem Magazin „Christianity Today “ ergänzte Cooper: „In einem theologischen Sinne handelt das Lied von der Erbsünde. Man wird in die menschliche Rasse hineingeboren, man ist schuldig oder sündig, egal was man zu sein hofft. ‚Monster‘ ist es über die Tatsache, dass es jemanden gibt, von dem wir wissen, dass wir nicht sein wollen. Manche Leute nennen es den alten Mann oder das alte Ich. Dieser Typ will sich herausschleichen, wenn du fährst, und jemand schneidet dich ab. Du fragst dich als Christ, wie halte ich es in Schach? Ich vergleiche es mit der Idee eines Horrorfilms aus den 50er Jahren, in dem dieses Biest in dir lebendig wird."

Cooper erzählte uns auch, wie das Lied einen Wachmann, den er bei einem der Konzerte der Band getroffen hatte, tief berührte. „Er war jahrelang heroinsüchtig und er verlor seine Familie, er verlor sein Kind. Er würde irgendwie sterben und er hörte das Lied ‚Monster‘. Er sagte: "Genau so habe ich mich gefühlt. Und es war dieses Lied, das mich im Grunde dazu überredete, in die Reha zu gehen. Mir wurde klar, dass ich irgendwo darunter lebte und raus musste. Und das war vor einigen Jahren." https://www-songfacts-com.translate.goog/facts/skillet/monster?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc

Ich wünsche uns allen, dass das Monster in uns klein bleibt und gut zu kontrollieren ist. Damit es uns nicht dazu bringt zu glauben, dass wir durch und durch schlecht sind. Wenn es aber einmal ausbricht, wünsche ich uns jemanden, der uns auffängt, und uns hilft, das Monster in uns zu zähmen.

Kirsten Gutleben

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