Wegen der Schutzmaßnahmen bezüglich des Coronaviruses sind alle Gemeindeaktivitäten bis auf Weiteres abgesagt.
Das Gemeindebüro ist weiterhin dienstags von 9:30 bis 11:30 Uhr besetzt.

Gottesdienste finden aktuell vor der Sigwardskirche statt.

Die Sigwardskirche ist wieder verlässlich täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Neuigkeiten unserer Gemeinde

WererkenntJuni20Wer erkennt es – Juni

Das Lied vom letzten Mal fand ich relativ schwierig, weil man es nicht so oft im Radio hört. In diesem Monat ist das anders, das Lied kennt eigentlich jeder: In der Coronazeit wurde es regelmäßig im Radio gespielt und vorher in den Fußballstadien. Hier jetzt noch einmal der Text:

Wenn du durch einen Sturm gehst
Halte deinen Kopf oben und fürchte dich nicht vor der Dunkelheit
Am Ende des Sturms ist ein goldener Himmel
Und das süße, silberhelle Lied einer Lerche

Gehe weiter durch den Wind
Gehe weiter durch den Regen
Auch wenn sich alle Deine Träume in Luft auflösen.
Geh weiter, geh weiter,
Mit Hoffnung in deinem Herzen

Und du wirst niemals alleine gehen
Du wirst niemals alleine gehen
Geh weiter, geh weiter,
Mit Hoffnung in deinem Herzen

Und du wirst niemals alleine gehen
Du wirst niemals alleine gehen

Schon die erste Strophe erinnert mich stark an einen bekannten Psalm aus der Bibel.

In Psalm 23,4 heißt es: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich.“ Im Finsteren, im Dunklen wandern, sich aber nicht fürchten, sondern den Kopf oben halten und furchtlos voranschreiten. Wobei die Finsternis nicht unbedingt die Dunkelheit der Nacht bedeuten soll, sondern die schweren Zeiten in unserem Leben.

In schweren Zeiten den Glauben nicht verlieren, dass man es schaffen kann, wenn man nur durchhält. Am Ende dieser Zeit dann der goldene Himmel, das Ziel erreicht, der Erfolg sichtbar. Gold als besonderes Edelmetall, ein Zeichen für das besondere, was man erreicht hat. Dafür hat sich das Durchhalten doch gelohnt, oder? Wenn man so auf sein Leben zurückschaut, dann hatte man doch schon so einige solcher Phasen. Oft war es nicht leicht weiter zu machen, nicht aufzugeben. Ab und zu hat man es vielleicht nicht geschafft. Aber wenn man durchgehalten hat, dann konnte man mit Stolz auf das Erreichte blicken, und das – je schwerer es war – auch nach längerer Zeit.

Die Lerche, der Morgenvogel, weist auf einen ganzen Tag voll Sonnenschein und Glück hin. Auch hier wissen wir, dass es lange und kurze schöne Tage gibt. Die Phasen zwischen einem sorglosem Dasein und schwierigen, sorgenvollen Quälen sind unterschiedlich lang, ja teilweise fühlt man sich so, als ob gar kein Licht zwischendurch scheint. Man muss da manchmal ganz schön suchen, um die goldenen Momente zu finden. Aber wenn man die Lerche hört, dann weiß man, man hat es erst einmal geschafft, Zeit zum Durchatmen, wenn auch nur kurz.

In der zweiten Strophe kommt wieder die Durchhalteparole: geh weiter, egal was kommt, egal was dir trotzt, egal wie hoffnungslos es scheint. Wie heißt es so schön: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Das soll sie auch, denn da, wo noch ein Wille ist, da, wo noch Glauben ist, da ist auch Hoffnung. Warum wir hoffen können, das sagt uns eindeutig die dritte Strophe: Wir trotzen nämlich der Dunkelheit nicht allein.

Wer bei uns ist? Zum einen haben wir die Menschen um uns herum, die an uns teilhaben, die uns unterstützen, moralisch oder durch Anpacken. Oder durch beidem. Manchmal reicht ein einfaches Zuhören, manchmal muss man in den Arm genommen werden und manchmal braucht man auch einen Tritt in den Hintern. Du schafftst das, ganz bestimmt!

Zum anderen ist auch immer Gott an unserer Seite. Meist ganz leise, fast nicht bemerkbar. Wer es zulässt, der kann ihn hören, der kann ihn fühlen, der spürt seine Hand auf der Schulter. Diese Hand, die kann uns halten, aufrichten oder auch antreiben, diese Hand ist sanft und fest zugleich, diese Hand hilft uns, unsere Hoffnungen zu erfüllen. Sie treibt uns an, den Schatz am Ende des Regenbogens in der Hand zu halten. Im Hebräer 10,23 heißt es: “Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.“

Und? Wer hat es erkannt? Richtig: „You never walk alone“ im Original von Richard Rogers und Oskar Hammerstein aus dem Jahr 1945. Wussten Sie, dass es ursprünglich Teil eines Musicals war? Es kam in dem Musical Carousel zweimal vor. Im gleichen Jahr wurde es dann von Frank Sinatra vertont, 1963 von Gerry & the Peacemakers neu aufgenommen. Und dies ist die Coverversion, die seitdem im Liverpooler Stadion regelmäßig zu hören ist. 

Während der Corona-Krise veröffentlichten Tom Moore und Michael Ball im Rahmen einer Spendenaktion eine Coverversion und erreichten im April 2020 den ersten Platz der britischen Charts. Tom Moore war mit 99 Jahren der älteste Interpret an der Spitze der Charts und feierte in dieser Position seinen 100. Geburtstag. Na, wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Das Bild vom letzten Mal ist eine Hauswand, die in Mesmerode in der Auhagener Strasse aus Richtung Dreiländereck kommend zu entdecken ist. Sie wurde in den letzten Jahren restauriert. Mal sehen, wer dieses Mal das Bild erkennt.

Wenn Sie das Lied demnächst wieder im Radio hören, dann denken Sie daran, immer Hoffnung im Herzen zu behalten. Denn ER ist bei Ihnen und steht Ihnen bei, immer. Darauf können Sie sich verlassen.

                                                           geschrieben von Kirsten Gutleben

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