Wegen der Schutzmaßnahmen bezüglich des Coronaviruses sind alle Gemeindeaktivitäten und Gottesdienste bis einschließlich 19.04.2020 abgesagt. Das Gemeindebüro ist weiterhin dienstags von 9:30 bis 11:30 Uhr besetzt.
Die Sigwardskirche wird vom 21.3. bis 19.4. geschlossen.

Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es ? - März 2020

Und wieder ist ein Monat vergangen, wie im Flug. Kennt ihr das auch: Zeiten werden in Beziehung zu christlichen Feiertagen gezogen. Schon drei Monate seit Weihnachten, nur noch 2 Wochen bis Ostern, 260 Tage bis Weihnachten, usw. Schon komisch, zumal diese Bezüge oft von Nicht-Christen kommen. Aber Zeit ist relativ und zieht - gefühlt je älter man wird – schneller an einem vorbei. Dazu passt dieses doch nun schon betagte Lied. Hier noch einmal der Text:

Die Phasen eines trüben Tages vorüberbringend,
Verplemperst und verzottelst Du die Stunden mal so nebenbei.
Schlenderst herum auf der Scholle Deiner Heimatstadt,
Wartest auf etwas oder jemanden, der Dir zeigt wo’s lang geht.
Du hast es satt in der Sonne zu braten, schaust zu hause lieber dem Regen zu.
Du bist jung, Dein Leben steht noch vor Dir, da kann man doch die Zeit vertrödeln.
Und plötzlich merkst Du: Wieder 10 Jahre verdaddelt!
Keiner gekommen, Dir zu sagen, ab wann es los geht: Startschuss leider verpasst. Jetzt rennst Du und rennst, versuchst noch schnell die Sonne einzuholen und doch geht Sie vor Deinen Augen unter;
Läuft um und geht hinter Deinem Rücken wieder auf.
Die Sonne ist wie sie immer war, Du bist älter geworden.
Dein Atem kürzer und Du dem Tod einen Tag näher.
Die Jahre gehen immer schneller dahin, Die Phase in Deinem Leben kommt einfach nicht.
Entweder scheitern Deine Pläne oder sie sind nur eine halbe Seite hingeschmierter Text
Sich in stiller Verzweiflung zu erhängen, ist die englische Art, damit umzugehen:
Die Zeit ist aus, das Lied zu Ende, ich dachte, ich hätte mehr bewegen sollen Zuhause, endlich wieder Zuhause.
Ich bin gerne hier, wenn ich es sein kann.
Komme ich nach Hause, durchgefroren und müde,
Dann tut es gut, sich die Knochen am Feuer zu wärmen.
Von weit weg über dem Feld,
Ertönt das Läuten der schweren Glocke.
Sie mahnt die Gläubigen auf die Knie zu gehen,
Um die flüsterleisen Zaubersprüche zu empfangen.

Zeit. Sekunden, Minuten. Stunden, Tage. Wochen, Monate, Jahre. Sie ziehen so schnell an einem vorbei, wenn man sie nicht festhält, bewusst wahrnimmt. Manche Situationen passieren immer wieder, wie der Weg zur Arbeit, Essen kochen, vorm Fernseher sitzen, so dass man sie gar nicht mehr wirklich zur Kenntnis nimmt. Und dann sind da die als besonders von der Tradition festgelegten Momente wie die Einschulung, Hochzeit und ähnliches.  Aber nur weil ein Ereignis besonders sein soll, ist es das nicht unbedingt. Ich zumindest kann mich nicht mehr an meine Einschulung erinnern. Ich weiß nicht mehr, ob wir das besonders gefeiert haben. Vermutlich ja.

Am wichtigsten sind meiner Meinung nach die Momente, die unverhofft kommen. Momente, die man nicht planen und nicht wiederholen kann. Regenbogen-Momente. Das sind Momente, an die man sich ein Leben lang erinnert, manchmal mit etwas Wehmut, aber immer mit Freude im Herzen. Je mehr Momente solcher Art man im Leben erlebt hat, desto weniger hat man sein Leben vertrödelt. Aber wenn man jung ist, glaubt man, man hat unendlich viel Zeit. Es ist ja auch noch so viel Lebensspanne übrig. Ob jung, ob alt: man sollte nicht vergessen, dass es geschenkte Zeit ist, die man zur Verfügung hat. Zeit ist also wertvoll und man soll sie nicht verschwenden. Aber was ist denn wirklich die Verschwendung von Zeit?

Im Prediger, Kapitel 3,1 heißt es: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.“ Ich habe gerade von einer Überlieferung über Johannes gelesen. In dieser hat Johannes mit einer zahmen Wachtel gespielt. Er wird von einem geschäftigen Jäger angesprochen, was er da tut, so sinnlos seine Zeit verbringen. Johannes fragt daraufhin den Jäger, was passieren würde, wenn er seinen Bogen dauerhaft gespannt hält. Dieser antwortete, dass der Bogen seine Spannkraft verlieren würde.

Ich weiß nicht, wieviel an dieser Überlieferung wahr ist. Aber dass der Mensch seine Erholungszeiten braucht, dies ist sicher. Man kann nicht ununterbrochen unter Hochspannung die Dinge erledigen. Dann lässt irgendwann die innere Kraft nach und man schafft gar nichts mehr. Burn-Out – hiervon hat schon jeder gehört und meint, dass ihn dies nicht treffen kann. Dazu braucht es aber Auszeiten, in denen man wieder Kraft und Energie sammeln kann. Das ist keine Verschwendung von Zeit, sondern dient seiner optimalen Nutzung. Aber zu einer optimalen Nutzung von Zeit gehört noch mehr. Jeder von uns hat unterschiedliche Talente. Der eine kann besonders gut handwerklich tätig sein, der andere ist gut in Wort und Schrift, ein dritter kann wiederum gut Menschen trösten. Und so weiter. Und wirklich jeder ist mit einer Gabe von Gott gesegnet, man muss sie nur finden. Denn manchmal sind sie versteckt und kommen nur durch Zufall zu Tage.

Da kann ich rege und tätig sein, jede Minute meiner Zeit nutzend mich damit abmühen, einen Schrank zu bauen. Und doch habe ich diese Zeit verschwendet, dann mein Talent ist nicht, Tischlerarbeiten zu machen. Wenn man sich darauf besinnt, als Team seine Zeit zu nutzen, dann ist die Zeit so behandelt, wie man sie behandeln soll: Als wertvolles Geschenk Gottes an uns Menschen. Es gibt so viele Sprichwörter zu dem Thema. Das zeigt mir, wie wichtig dieses Thema ist und schon immer war. Hier mal ein paar als Beispiel:

Kommt Zeit kommt Rat.
(Deutsches Sprichwort)

Zeit heilt alle Wunden.
(Deutsches Sprichwort) 

Was bald wird, vergeht auch bald wieder.
(Deutsches Sprichwort)

Dem Wartenden scheinen Minuten Jahre zu sein.
(Chinesisches Sprichwort)

Die Sonne kann nicht ewig im Mittag stehen.
(Chinesisches Sprichwort) 

Wer viel spricht hat weniger Zeit zum Denken.
(Indisches Sprichwort)

Zeit verwandelt den Eichbaum in einen Sarg.
(Sprichwort aus Livland)

Zeit bekommt man nicht für Geld zu kaufen.
(Chinesisches Sprichwort)

Die verlorene Zeit fängt man nie wieder ein.
(Sprichwort aus Frankreich)

Die Zeit beugt sich nicht zu dir; du musst dich ihr beugen.
(Sprichwort aus Russland)

Die Zeit ist der beste Arzt.
(Deutsches Sprichwort)

Man muss sich nach der Zeit richten, die Zeit richtet sich nicht nach uns.
(Deutsches Sprichwort)

Le temps, c'est de Fargent - Zeit ist Geld - Time is Money.
(Internationales Sprichwort)

Es sind noch so viel mehr und in jedem steckt ein Stück Wahrheit, über jedes wäre es wert, nachzudenken.

Und? Wer hat es erkannt? Es ist das Lied „Time“ von Pink Floyd. „Time“ ist ein aus dem Jahre 1973 stammendes Musikstück der Rockband Pink Floyd, das erstmals auf deren Album The Dark Side of the Moon veröffentlicht wurde. Time ist das einzige von allen vier Bandmitgliedern zusammen verfasste Stück des Albums. Es zeichnet sich durch eine lange Einleitung mit dem Geräusch des Tickens verschiedener Uhren aus, das in deren gleichzeitiges Läuten, Schlagen und Klingeln übergeht. Pink Floyd war eine 1965 gegründete britische Rockband. Mit ihrer Musik und der visuellen Gestaltung ihrer Platten und Bühnenauftritte schuf sie einen seinerzeit neuartigen Stil. Die Angaben über die Anzahl ihrer verkauften Tonträger schwanken zwischen 260 und 300 Millionen. Pink Floyd gehört damit zu den erfolgreichsten Bands überhaupt. Das Konzeptalbum The Dark Side of the Moon ist das weltweit drittmeistverkaufte Album.

Das Bild vom letzten Monat ist bei auf einer Brücke zwischen Idensen und Bokeloh entstanden.

Ich wünsche uns allen, dass wir erkennen, was die Stunde geschlagen hat. Wie wir sie optimal nutzen können, wie wir uns selbst auch eine Auszeit nehmen können.

geschrieben von Kirsten Gutleben

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