Wegen der Schutzmaßnahmen bezüglich des Coronaviruses sind alle Gemeindeaktivitäten und Gottesdienste bis einschließlich 19.04.2020 abgesagt. Das Gemeindebüro ist weiterhin dienstags von 9:30 bis 11:30 Uhr besetzt.
Die Sigwardskirche wird vom 21.3. bis 19.4. geschlossen.

Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es - Februar 2020

WererkenntesFeb20Neuer Monat, neues Glück. So ganz einfach war es ja im letzten Monat nicht. Mal sehen, ob es dieses Mal klappt. Hier erst einmal der Text:
„Ich hatte einen Traum
Ich bekam alles was ich wollte
Nicht was du denken würdest
Und wenn ich ehrlich bin
Es hätte ein Alptraum sein können
Für jeden der sich vielleicht sorgen würde
Dachte ich könnte fliegen (fliegen)
Also sprang ich von der Golden, mm
Niemand weinte
Niemand bemerkte es überhaupt
Ich sah sie genau dort stehen
Dachte es würden sie kümmern (würde sie kümmern)

Ich hatte einen Traum
Ich bekam alles was ich wollte
Aber als ich aufwache sehe ich
dich mit mir

Und du sagst,
So lange ich bei dir bin, kann dich niemand verletzen.
Möchte hier nicht liegen, aber du kannst du dich daran gewöhnen.
Könnte ich die Art und Weise, wie du dich selbst siehst, ändern,
würdest du dich nicht fragen warum du "Sie verdienen dich nicht" hörst.
Ich versuchte zu schreien
Aber mein Kopf war unter Wasser
Sie nannten mich schwach
Als wäre ich nicht jemandes Tochter
Könnte ein Alptraum gewesen sein
Aber es fühlte sich an als wären sie genau dort

Und es fühlt sich an als wäre gestern ein Jahr her
Aber ich möchte es niemanden wissen lassen
Weil jetzt jeder etwas von mir möchte
Und ich will sie nicht im Stich lassen

Ich hatte einen Traum
Ich bekam alles was ich wollte
Aber als ich aufwache sehe ich
dich mit mir

Und du sagst,
So lange ich bei dir bin, kann dich niemand verletzen.
Möchte hier nicht liegen, aber du kannst du dich daran gewöhnen.
Könnte ich die Art und Weise, wie du dich selbst siehst, ändern,
würdest du dich nicht fragen warum du "Sie verdienen dich nicht" hörst.
Wenn ich alles schon damals gewusst hätte, würde ich es wieder tun?
Würde ich es wieder tun?
Wenn sie wüssten, dass das was sie sagten direkt in mein Bewusstsein dringt
Was würden sie stattdessen sagen?
Wenn ich alles schon damals gewusst hätte, würde ich es wieder tun?
Würde ich es wieder tun?
Wenn sie wüssten, dass das was sie sagten direkt in mein Bewusstsein dringt
Was würden sie stattdessen sagen?“

Der erste Gedanke klingt ja erst einmal klasse: alles bekommen, was man möchte. Wenn ich einen kalten, schneereichen Winter wünsche, ist die Landschaft schneebedeckt. Steuererklärung? Ist erledigt. Ich lebe in einem riesigen Haus mit allerlei technischem Schnickschnack und die Hausarbeit wird durch eine Putzfrau erledigt. Der Kühlschrank ist mit den besten und wohlschmeckendsten Dingen gefüllt, ohne dass ich einkaufen gehen muss. Arbeiten muss ich natürlich auch nicht mehr, kommt ja alles von alleine.
Wenn nur ich das alles bekomme, kann das ja ggf. noch gutgehen. Aber wenn alle diese Wünsche erfüllt bekommen, wird es schon schwieriger. Der Sommerurlauber möchte strahlend schönes warmes Wetter, der Landwirt ersehnt sich ordentlichen Landregen. So schön der Schnee auch ist, wenn man Zeit hat, spazieren zu gehen, so unangenehm ist er für Autofahrer. Die ganze Wirtschaft bricht zusammen, wenn man nicht mehr einkaufen muss und die Arbeit nicht getan wird. Und die Putzfrau, die bei mir sauber machen soll, wünscht sie sich nicht das Gleiche von mir?
Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, sind einem die Dinge am wertvollsten, die erarbeitet, erspart und mit viel Geduld erreicht worden sind. Dies können materielle Dinge sein, aber auch Fertigkeiten, die man sich erarbeitet hat.
Im Lied ist es der Wunsch nach Fliegen. Und es kommt, wie es kommen muss: natürlich kann sie nicht fliegen und stürzt ab. Ich weiß nicht genau, ob es Selbstmord sein sollte oder nur die Aufmerksamkeit der Umherstehenden. Wenn man der Statistik glauben darf, sind viele Selbstmordversuche genau das: ein Aufschrei nach Aufmerksamkeit. In dem Lied beachtet die Fliegende keiner. Das ist traurig, und eigentlich auch erstaunlich. Denn die Sensationsneugier hätte doch einige aufmerksam werden lassen müssen. Da stürzt sich jemand von der Golden Gate Bridge, das sieht man doch nicht alle Tage. So wie bei Autounfällen die Leute stehen bleiben und ihr Handy für Fotos zücken.
Sie stirbt nicht, sondern wacht im Krankenhaus auf. Sie ist so geschwächt, dass sie sich nicht mitteilen kann. Aber es ist jemand bei ihr, der sie unterstützt und ihr klarmacht, dass ihr -solange dieser bei ihr ist - nichts passieren kann.
Ich denke, Gott ist bei ihr. Gott hat uns allen das Versprechen gegeben, bei uns zu sein. Alle Tage. Durch ihre Verletzungen ist sie gezwungen, zuzuhören. In sich zu lauschen und zu erkennen, dass sie nicht wertlos ist. Gott kann die Art und Weise, wie man lebt, ändern. Wir kennen alle die Geschichte von Saulus, der zu Paulus wurde, einem der größten Anhänger Jesu nach dessen Tod, nachdem er vorher einer der heftigsten Christenverfolger war. Gott hat die Macht und die Möglichkeit dazu, aber zuhören müssen wir schon.
Auch wir können vom falschen Weg abkommen, durch Gott und unseren Glauben. Wir müssen nur zuhören und verstehen. Paulus vertritt die Auffassung, dass der Mensch das Heil nicht durch Gesetzeserfüllung, sondern durch seinen Glauben an Christu gewinnt. Dieser Grundsatz sollte so schwer nicht sein, bedeutet aber doch so viel.
Und? Wer hat es erkannt? Es ist „Everything I wanted“ von Billie Eilish. Das Lied wurde am 13. November 2019 veröffentlicht und wird aktuell regelmäßig im Radio gespielt. Die Sängerin ist erst 17 Jahre alt. Das Bild vom letzten Mal war nicht so schwer zu erkennen, es war die neue Glastür zur Sigwardskirche, wie ich fand, passend zum Liedtext.
Ich wünsche uns allen genug Ruhe und Gelassenheit, um zuzuhören; Gott und unseren Nächsten. Und ich wünsche uns die Erkenntnis, wenn wir auf dem falschen Weg sind, sowie den Mut, diesen falschen Weg zu verlassen.

Geschrieben von Kirsten Gutleben

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